Kommunikation·5 Min Lesezeit

Makler Status-Update: Vorlagen, die wirklich ankommen

Status-Updates an Käufer und Verkäufer professionell gestalten: Konkrete Vorlagen und Prinzipien für Makler, die Vertrauen aufbauen.

Tobias Troendle

Tobias Troendle

Immobilienmakler · Stuttgart

Makler Status-Update: Vorlagen, die wirklich ankommen

Kein Anruf, keine Mail, keine Reaktion – und der Verkäufer fragt sich, ob sein Makler noch lebt. Das ist kein Randproblem. Es ist einer der häufigsten Gründe, warum Maklermandate vorzeitig enden.

Warum Status-Updates so oft scheitern

Die meisten Makler kommunizieren reaktiv. Es passiert etwas, also meldet man sich. Passiert nichts, bleibt es still.

Das Problem: Für den Kunden fühlt sich Stille immer wie Stillstand an – selbst wenn du gerade intensiv arbeitest. Ein Besichtigungsmarathon, zehn Interessentengespräche, drei Finanzierungsanfragen im Hintergrund – davon weiß der Eigentümer nichts, wenn du ihn nicht aktiv informierst.

Ein gutes Status-Update löst dieses Problem. Es zeigt, was läuft. Es erklärt, warum etwas (noch) nicht passiert ist. Und es gibt dem Kunden das Gefühl, begleitet zu werden – nicht alleingelassen.

Die drei Grundprinzipien guter Updates

Regelmäßigkeit schlägt Vollständigkeit. Ein kurzes Update einmal pro Woche ist besser als ein ausführlicher Bericht alle drei Wochen. Der Rhythmus gibt Sicherheit.

Kontext schlägt reine Zahlen. "12 Exposé-Abrufe diese Woche" sagt wenig. "12 Exposé-Abrufe, davon 4 qualifizierte Anfragen, 2 Besichtigungen vereinbart" – das ist Information.

Ehrlichkeit schlägt Schönreden. Wenn das Feedback aus den Besichtigungen kritisch ist, muss das rein. Spätestens beim Preisgespräch zahlt sich Ehrlichkeit aus. Wer es früher kommuniziert, hat mehr Spielraum.

Vorlage 1: Wöchentliches Update an den Verkäufer

Dieses Update geht idealerweise immer am gleichen Wochentag raus – zum Beispiel freitags.


Betreff: Wochenupdate zu [Adresse] – KW [XX]

Hallo [Vorname],

kurzes Update zur aktuellen Vermarktungssituation:

Diese Woche:

  • Exposé-Abrufe auf den Portalen
  • neue Anfragen eingegangen
  • Besichtigungen durchgeführt
  • Interessenten befinden sich aktuell in der Überlegungsphase

Feedback aus den Besichtigungen: [Kurze, ehrliche Zusammenfassung – was gefällt, was wird kritisch gesehen]

Nächste Schritte: [Was passiert in der nächsten Woche konkret]

Bei Fragen erreichst du mich jederzeit unter [Nummer].

Viele Grüße, [Dein Name]


Der Aufbau ist bewusst schlank. Kein Roman, keine Selbstbeweihräucherung. Nur das, was der Eigentümer wissen muss.

Vorlage 2: Statusmeldung nach einer Besichtigung

Dieses Update geht direkt nach einer Besichtigung raus – idealerweise noch am gleichen Tag oder am nächsten Morgen.


Betreff: Besichtigung [Adresse] – kurzes Feedback

Hallo [Vorname],

heute hatte ich [X] Interessenten durch die Immobilie geführt. Hier mein erstes Feedback:

Die Gruppe [Beschreibung, z. B. Familie, Anfang 40] hat sich sehr positiv geäußert, besonders zur Raumaufteilung und der Lage. Offen geblieben ist die Frage zur Heizungsanlage – ich habe bereits nachgefasst.

Der zweite Interessent war zurückhaltender. Das Thema Sanierungsbedarf wurde angesprochen – ich halte das im Auge und melde mich nach dem Nachfassgespräch.

Nächste Schritte: Ich melde mich bis [Datum] bei beiden Parteien und berichte dir danach.

Viele Grüße, [Dein Name]


Wichtig: Keine Versprechen, die du nicht halten kannst. Wenn du sagst „bis Dienstag", dann muss bis Dienstag auch wirklich etwas kommen.

Vorlage 3: Situationsupdate ohne neue Bewegung

Der schwierigste Moment: Es ist nichts Neues passiert, aber du willst trotzdem Präsenz zeigen.


Betreff: Kurzes Update zu [Adresse]

Hallo [Vorname],

ich wollte mich kurz melden, auch wenn es diese Woche keine neuen Entwicklungen gibt.

Die Immobilie wird weiterhin aktiv beworben. Das Marktumfeld ist aktuell [kurze Einschätzung, z. B. etwas ruhiger als im Vormonat – typisch für diese Jahreszeit]. Die Nachfrage bei vergleichbaren Objekten in [Lage] zeigt ein ähnliches Bild.

Ich beobachte das weiterhin genau und melde mich sofort, sobald es neue Interessenten gibt.

Bei Fragen bin ich jederzeit erreichbar.

Viele Grüße, [Dein Name]


Dieses Update erfüllt einen wichtigen Zweck: Es zeigt, dass du aktiv bist – auch wenn sich nach außen nichts tut. Und es nimmt dem Kunden das Gefühl, vergessen worden zu sein.

Was diese Vorlagen nicht lösen

Vorlagen ersetzen kein System. Wenn du 20 Objekte im Portfolio hast und jeden Update-Zyklus manuell schreibst, bist du schnell überfordert. Dann werden aus wöchentlichen Updates zweiwöchentliche, dann monatliche – und dann gar keine.

Das eigentliche Problem ist nicht die Vorlage. Es ist die Infrastruktur dahinter.

Wer Status-Updates skalierbar halten will, braucht eine Lösung, die den Prozess automatisiert und Käufer wie Verkäufer strukturiert im Loop hält – ohne jeden Morgen wieder von vorne anzufangen. Die E-Mail-Automatisierung von Portalist ist genau dafür gebaut: Updates laufen zu definierten Zeitpunkten raus, ohne dass du jede Mail einzeln anstoßen musst.

Käufer-Updates: Das vergessene Thema

Verkäufer-Kommunikation bekommt viel Aufmerksamkeit. Käufer-Updates werden unterschätzt.

Dabei ist das Käufererlebnis zwischen erstem Kontakt und Notartermin ein echter Differenzierungsfaktor. Wer als Interessent wöchentlich ein kurzes Update bekommt – ob das Objekt noch verfügbar ist, wie der Stand der Dinge ist, was als nächstes passiert – baut Vertrauen auf. Das zahlt sich aus: beim Kaufpreis, bei der Entscheidungsgeschwindigkeit, bei der Weiterempfehlung.

Ein einfaches Käufer-Update nach einer Besichtigung könnte so aussehen:


Betreff: Kurze Rückmeldung zu [Adresse]

Hallo [Vorname],

danke für dein Interesse an der Immobilie in [Ort]. Nach der Besichtigung möchte ich kurz den Stand der Dinge zusammenfassen:

Es gibt aktuell [X] weitere Interessenten. Eine finale Entscheidung seitens des Eigentümers ist für [Zeitraum] geplant.

Wenn du konkrete Fragen hast oder nächste Schritte besprechen möchtest, melde dich gerne direkt.

Viele Grüße, [Dein Name]


Kurz, konkret, ehrlich. Mehr braucht es nicht.

Der Unterschied, den Rhythmus macht

Ein einzelnes gutes Update baut kein Vertrauen. Der Rhythmus tut es.

Wer drei Monate lang wöchentlich pünktlich liefert, ohne Ausreißer, schafft eine Verlässlichkeit, die kaum ein anderer Touchpoint im Maklerprozess erreicht. Der Eigentümer muss nicht mehr fragen. Er weiß, wann er hört. Das reduziert Anrufe, reduziert Stress – auf beiden Seiten.

Wer diesen Rhythmus in einem strukturierten Portal bündelt – sodass Verkäufer und Käufer ihren persönlichen Überblick jederzeit aufrufen können – macht aus einem guten Prozess ein echtes Kundenerlebnis. Wie das konkret aussieht, zeigt der Artikel zur Prozesstransparenz im Immobilienverkauf.

Status-Updates sind kein Nice-to-have. Sie sind das sichtbarste Zeichen, dass du deinen Job machst.

Tobias Troendle

Geschrieben von

Tobias Troendle

Immobilienmakler in Stuttgart und Gründer von Portalist. Ich schreibe über Digitalisierung, Kundenportale und alles, was Maklern hilft, professioneller zu arbeiten.

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